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War Zone

The Internet used to be a university. Then it became a shopping mall. But now, it’s a war zone.

Morddrohungen und sexuelle Belästigung mögen nichts neues sein. Auch mögen beide öfter vorkommen, als uns lieb ist.

Versteht mich nicht falsch, es geht hier nicht darum, dass eine bekannte Bloggerin betroffen ist. Eher geht es darum, wie und ob die Community der Blogger darauf reagiert.

Ist man bekannt im Netz, tauchen immer wieder Trolle auf, die einem das Leben schwer zu machen versuchen. phpBBler werden sich vielleicht an “Seite 14” erinnern. Mails mit Beleidgungen und Drohungen und sogar Anzeigen kommen vor. Been there, done that.

Doch die meisten dieser Attacken gehen von Trollen aus, die wieder verschwinden — spätestens dann, wenn man sie schlicht ignoriert. Doch Kathy hat es schlimmer erwischt. Leute, deren Meinung in der Community etwas bedeutet, die bekannt sind, gelesen werden und respektiert sind, haben hier richtig großen Bockmist gebaut.

Nun geht ein Aufschrei duch die Gemeinde. Rechtfertigungen, Unschuldsbekundungen und Mitleidskommentare werden ausgetauscht — doch substantiell passiert kaum etwas. Nur Frank Paynter entschuldigt sich und gesteht seine Rolle ein. Andere spielen das Opferlamm und versuchen, sich aus der Affäre zu ziehen. Und die meisten schweigen.

Lest Kathys Posting, schaut Euch die Bilder an und dann fragt Euch, was Ihr tun würdet.

[via Tim Bray]

5 comments

  1. fwolf says:

    sowas ist echt zum kotzen!

    auch wenn das alles ein ziemlicher wirrwarr zum nachlesen ist, SCHEISSE BLEIBT SCHEISSE. X-(

    cu, w0lf.

  2. Andreas says:

    Nur am Rande: Das Internet war nie eine Universität und war nie besser oder schlechter als der Rest der Gesellschaft.

    Die Blogger, die ja auch nicht besser oder schlechter als die Rest-Gesellschaft sind, gehen genauso damit um, wie es die Rest-Gesellschaft ausserhalb der Blogs in ähnlichen Fällen macht: Oberflächlich.

    (in abwandlung eines Zitates): Du solltest Dich nicht fragen was andere tun um die Situation zu verbessern und darüber bloggen sondern Du sollst selbst etwas tun.

    Du beklagst, dass substantiell nichts passiert. Was sollte Deiner Meinung nach passieren?

  3. Sascha says:

    Andreas, ich glaube der Satz bzgl. Universität, Einkauszentrum und Kriegsgebiet spielt auf die Wahrnehmung des Mediums an, nicht auf seine tatsächlichen Inhalte. Insofern stimme ich der Aussage zu, weshalb ich zitiere.

    Da ich nicht beteiligt bin und keinen der Teilnehmer kenne, werde ich den Teufel tun, mich einzumischen. Darüber zu berichten, das Thema bekannt machen und Aufmerksamkeit zu erzeugen ist, was ich versuche zu tuen. Was daran oberflächlich sein soll, verstehe ich nicht.

    Vor allem sollten sich die “bad guys” laut und deutlich entschuldigen — ebenso laut, wie sie vorher gehetzt haben. Wie schon gesagt, wären das irgendwelche Trolle, wär das ganze längst gegessen. Aber es waren respektierte und bekannte (zumindest in der US-Sphere bzw. innerhalb ihrer peer group) Leute, die sich so etwas eigentlich nicht leisten dürften.

  4. Andreas says:

    Hmmmm … auch die Wahrnehmung des Mediums kann ich so nicht teilen, obwohl ich schon ein paar Tage dabei bin. Die Aussage des von Dir Zitierten passt für mich eher nach “ja früher, da hats sowas im internet aber nicht gegeben…”. (was nebenbei falsch ist). Aber egal.

    Mit “Oberflächlich” meinte ich nicht Dich sondern die Reaktionen und Berichte darüber in den meisten (von mir angeschauten) Blogs.

  5. Sascha says:

    Ich schätze mal, gemeint ist die unterschiedliche Ausrichtung des Internet, natürlich mit “war zone” auf die Spitze getrieben. Das Fakt ist doch, dass zu Anfangs das Netz vor allem von Universitäten und Hochschulen (bzw. allg. der Forschung) getrieben und genutzt wurde und dann der Shopping-Boom ausbrach (der ja bis heute anhält und sich immer breiter verteilt).

    Dennoch stimme ich Deine Aussage Das Internet war nie eine Universität und war nie besser oder schlechter als der Rest der Gesellschaft. zu — wenn auch aus einem anderen Blickwinkel.

Your take?