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Organisiert

Ich liebe mein Moleskine. Evernote, Springpad oder OneNote helfen nicht, statt dessen hindern sie mich an der Arbeit.

Seit Jahren schleppe ich jeden Tag ein ruled notebook large mit mir herum. Mittlerweile habe ich mindestens zehn vollgekritzelt — ohne fühle ich mich ähnlich nackt wie ohne Handy. Meeting minutes, To-do-Listen, Adressen, Termine, Skizzen, Ideen und Konzepte landen in meinem schwarzen (natürlich!) Begleiter. Auch Visitenkarten und andere Papierschnipsel finden ihren Platz. Und bis jetzt hat kein digitales Tool mein Buch vergraulen können.

Während des Studiums habe ich lange an einem digitalen Werkzeug gebastelt. Man stelle sich eine Kreuzung aus Notizbuch, Sammelalbum und Ringordner vor, in die man alle auf dem Bildschirm sichtbaren Sachen reinziehen kann. Zum Beispiel markierten Text aus einem PDF, und zwar so, dass man später mit einem Klick auf das Zitat direkt an diese Stelle in diesem PDF springen kann.

Ich war noch bei den ersten Versuchen, da kam Evernote auf den Markt. Zuerst mit diesem Wunderstift, dann mit der Software. Die konnte längst nicht alles, was ich wollte, aber hey, ein Anfang war gemacht. Als dann Esther Dyson und Ron Katz ins BoD berufen wurden, dachte ich, wäre es nicht mehr weit zu einer benutzbaren, allumfassenden Lösung meiner Probleme.

Leider waren die ersten Versionen von Evernote nicht mal ansatzweise benutzbar. Auch heute noch ist das Ding einfach unbrauchbar. Es fühlt sich super kompliziert an mit seinen zig Optionen, Kategorien und Filtern. Mir hilft es nicht im Geringsten. Im Gegenteil, mir würde es grausen, meine Notizen da drin zu haben und täglich damit arbeiten zu müssen.

[…], remember that different things work for different people. #

Springpad ist für mich keine Alternative. Die festgelegten Kategorien sind nicht mal der ausschlaggebende Punkt. Wie Evernote hindert es mich in meiner Konzentration: Es bietet mir Funktionen und Optionen, die ich nicht will, nicht brauche und nicht verstehe. Vulgo: Beide sind völlig überfrachtet. Sie helfen mit nicht, produktiv zu sein, im Gegenteil.

Außerdem sind sie walled gardens. Herrje, selbst aus XING und Facebook bekomme ich meine Daten in einem halbwegs vernünftigen, generischen Format raus.

OneNote, um es der Vollständigkeit halber zu erwähnen, findet auch nicht meine Gnade. Der wichtigste Nachteil einer Softwarelösung, die es durch Mehrwert erst einmal aufzuheben gilt, ist natürlich die fehlende Haptik und das Immer-und-überall-nutzen-können.

Meine Moleskine benutze ich nach einem sehr einfachen Schema. Nein, nicht GTD und auch sonst hack-frei. Auf der jeweils rechten einer Doppelseite steht oben das Datum und der Titel eines Termins oder Themas. Es folgen Spiegelstriche mit sehr wichtigen Infos und meinen Aufgaben. Aufgaben werden am rechten Rand der linken Seite mit einem Sternchen hervorgehoben. Inhaltliche Notizen und Scribbles finden sich auf dem Rest der linken Seite. Erledigte Aufgaben werden durchgestrichen. Neuer Termin oder anderes Thema: nächste Doppelseite. So habe ich alles zu einem Thema auf der gleichen Seite und kann prima meine Aufgabenerledigung verfolgen. So mache ich das seit knapp vier Jahren — für mich ein einfaches, übersichtliches und unaufwendiges System.

Ich bin jetzt zu faul, davon ein Foto zu machen — außerdem hab ich ne Sauklaue :-)

Bild: moleskine.com

Benutzt jemand von Euch Evernote, Springpad oder OneNote und kann vielleicht kurz etwas dazu sagen? Zum Beispiel wozu Ihr es benutzt oder wie gut Ihr damit zurecht kommt — bzw. eben nicht?

6 comments

  1. Dirk sagt:

    Ich liebe mein iPad, aber die Notizbuch-Apps sind allesamt unbrauchbar. Hauptsächlich durch die niedrige Eingabe-Auflösung des Bildschirms. Meistens will ich nicht nur schreiben, sondern skizziere ständig alles in Beziehungen zueinander. Also eine Art freie Mindmap mit allen möglichen Inhalten. Das kann noch keine App, die ich probiert habe, weder auf dem Desktop, noch auf dem iPad.

    Also bleibt es auch bei mir (noch) beim Moleskine (aber blanko, nicht liniert).

  2. ml sagt:

    Ich benutze Evernote um meine Notizen aufzunehmen, aber ohne jede Organisation, einfach rein quasi als Inbox. Das wird dann GTDmäßig verarbeitet. Moleskines nutze ich für spezifische Notizen, bspw. Lektüreergebnisse eines bestimmten Buches.

  3. Sascha sagt:

    Ein Kommentar erreichte mich per Telefon: Der Multimediaesel benutzt auch lieber Notizbücher aus Papier.

    @ml: Mit GTD konnte ich mich nie anfreuden. Nenne das gerne auch Getting Gedöns Done :-)

  4. Claudia sagt:

    Erschreckend. Bei mir sinds Sternchen statt Spiegelstreiche für Aufgaben rechts auf der Seite. Nur mein handgdrucktes Exemplar kommt jedes Jahr von der Partnerdruckerei als Weihnachtsgeschenk. Auch ein Dreikantbleistift mit Griffnoppen?

  5. Sascha sagt:

    Aufgaben werden am rechten Rand der linken Seite mit einem Sternchen hervorgehoben.

    Hihi ;)

    Nein, kein Dreikantenbleistift, sondern ein Drehbleistift von Online, der Piccolo :-)

    Dafür kann ich nicht mit einem Handgedruckten Exemplar angeben. Wow :-)

  6. […] bin ich über Evernote und Co. hergezogen. Was ich darüber 2010 sagte, gilt auch heute noch. Recht wenig kann ein Notizbuch ersetzen. Daran hat auch das iPad nichts […]

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