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Schade

Hin und wieder begegnen uns Menschen, die wir (auf Anhieb) sympathisch finden. Man ist freundlich und hilfsbereit, unterstützt sie und ist ihnen gegenüber selbstlos. Nach einiger Zeit bemerkt man, das sich die andere Person immer mehr von einem entfernt und schließlich alle Verbindungen kappt. Man ist enttäuscht und fragt sich, was man falsch gemacht hat - kann es sich aber nie tatsächlich erklären. Die Person darauf anzusprechen würde - so glaubt man - den Keil nur tiefer treiben und eine zeitlang glaubt man, früher oder später würde sich schon alles klären. In Wirklichkeit klärt sich natürlich nichts, und man ist immer noch genauso ratlos wie zu Beginn. Irgendwann ist der Kontakt dann ganz eingeschlafen und man vergisst die Person langsam.

Mehr oder weniger durch Zufall trifft man die Person wieder. Man muss feststellen, das sie sich sehr stark verändert hat - und nicht zum besten, wie auch Dritte meinen. Man versucht, den Kontakt wieder herzustellen, antwortet auf fachliche Fragen, die von der Person gestellt werden und hilft bei Problemen - nur um im Gegenzug den Kontakt wieder einschlafen zu sehen. Man sorgt sich um die Entwicklung der Person.

Da man bestimmte Interessen mit der Person teilt, läuft man sich hin und wieder über den Weg und man kann so, in Zeitsprüngen, sehen, wie sie sich entwickelt und welche Meinungen und Haltungen sie an den Tag legt. Aus der Sorge um die Person wird langsam Resignation - man hat aufgegeben und lässt die Person ihren Weg gehen.

Schließlich trifft man wieder auf einander. Die Person feindet einen offen an, nimmt dabei sogar Bezug auf das frühere Verhältnis: ‘den kenne ich’, ‘der ist so und so’, ‘der macht immer’ und ähnliches. Man muss erkennen, das man von Anfang an ausgenutzt wurde - und das man sich gründlichst in der Person getäuscht hat.

Alle Unterstützung, Förderung, Hilfe und Rat, die man angeboten hat - und die mit vollen Händen genommen wurde - wird nun zurüchgezahlt mit Hähme, Schlechtigkeit und übler Nachrede.

Man selbst ist machtlos - was soll man schon tun, wie die verdrehten Worte wieder zurechtrücken - vor allem aber fassungslos. Fassungslos über die bodenlose Frechheit und die eigene Naivität.

4 comments

  1. Esther sagt:

    Kopf hoch, Sascha ;-) Das passiert, häufig, leider, und es tut (jedes Mal wieder) weh. Buch es unter “Erfahrung” und führ dir vor Augen, dass du - unter gleichen Voraussetzungen - auch Menschen kennen gelernt hast, die zu Freunden wurden. Das “Prinzip” funktioniert, aber Nullnummern sind nun mal immer dabei.
    In diesem Sinne .. ;-)

  2. Daniel sagt:

    Och Sascha, nicht traurig sein.
    Solange du hier noch Kommentare löschen kannst, die dir nicht in den Kram passen, gehts dir ja gut, oder? ;)

  3. Sascha Carlin sagt:

    Danke Esther ;) Genauso ist es. Das wichtige dabei ist aus meiner Sicht, das man weiterhin offen auf andere Menschen zugeht. Das Prinzip funktionert, und Ausnahmen bestätigen die Regel.

  4. Cordula Baran sagt:

    Hallo Sascha,

    Kopf hoch, ich kenne das auch nur zu Genüge… Es führt letztendlich irgendwann dazu, daß man vo9n Menschen erstmal garnichts erwartet, weil man dann nicht wirklich enttäuscht werden kann, sondern kann sich nur positiv überraschen lassen!

    Lieben Gruß, Cordula

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