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Maßnahmen und Verfahren zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum

Subject: Maßnahmen und Verfahren zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum
From: Sascha Carlin
Date: Sun, 22 Feb 2004 06:26:05 +0100
To: ischroeder@europarl.eu.int, hruehle@europarl.eu.int, oceyhun@europarl.eu.int, cvonboetticher@europarl.eu.int, mgahler@europarl.eu.int, uschleicher@europarl.eu.int, skaufmann@europarl.eu.int, eklamt@europarl.eu.int, gschmid@europarl.eu.int, maschulz@europarl.eu.int, jleinen@europarl.eu.int, wrothley@europarl.eu.int, egebhardt.mdep@t-online.de, klechner@europarl.eu.int, klehne@europarl.eu.int, rwieland@europarl.eu.int, jwuermeling@europarl.eu.int

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie in Ihrer Funktion als Mitglieder der Ausschüsse AFCO, LIBE und JURI.

Eindringlich weise ich Sie darauf hin, das die o. g. Direktive in der vorliegenden Form zukünftige Generationen nachhaltig daran hindern würde, sich frei und uneingeschränkt Zugang zu Kulturgut zu verschaffen.

Die Überregulierung des Urheberrechts, die - ganz nebenbei bemerkt - nicht den _Urhebern_ sondern den _Herausgebern_ zugute kommt, ist nicht im Sinne der europäischen Bevölkerung, sondern _nur_ im Sinne einer kleinen aber einflussreichen Gruppe von Herausgebern - wie dem Ehemann der zuständigen Berichterstatterin Janelly Fourtou, des Universal Vivendi-Chefs Jean-Rene Fourtou.

Geistiges Eigentum ist eine Sache, aber Schutzrechte bis auf 70 Jahre und mehr nach dem Tode des Verfassers/Komponisten/Regisseurs/… sind schädlich für alle an Kultur interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

Genauso die Defacto-Verweigerung des Rechts auf eine Privatkopie durch das Verbot der Umgehung von Kopierschutzmechanismen bei digitalen Medien. ‘Fair use’ bedeutet heutzutage das zu tun, was der Herausgeber zulässt, und nicht das was der gesunde Menschenverstand darunter versteht. Da kommt es einer Kriminalisierung gleich, ein Werk in der Öffentlichkeit einer Bar einer Gruppe von Bekannten vorzutragen oder einen Urlaubsbild einer großflächigen Getränkereklame zu schiessen.

Kurz: ich möchte Sie auffordern, jenseits der Interessen der Parteien, die Sie vertreten, sich die Auswirkungen einer solchen Etablierung/Forcierung der Maßnahmen und Verfahren zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum vor Augen zu führen und bei der kommenden Anhörung des Entwurfs ein Zeichen zu setzen, in dem Sie gegen die Direktive abstimmen. Ihre Enkel und Ur-Enkel werden es Ihnen danken.

Mit freundlichen Grüßen, Sascha Carlin

4 comments

  1. Foo sagt:

    Wie wahr, wie wahr…nur leider wohl keine große Aussicht auf Erfolg I’m afraid :-(.

  2. Sascha Carlin sagt:

    Egal wie es ausgeht, ich möchte mir nicht sagen lassen, ich hätte tatenlos zugesehen.

  3. Foo sagt:

    Gute Aussage, wäre schön wenn generell mehr Menschen nach dieser Maxime für ihre Überzeugungen eintreten würden.

  4. Sascha Carlin sagt:

    Siehe auch: http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msgid=5148198&forumid=53200

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