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Categorize it - not

Seit längerem denke ich darüber nach, wie sinnlos meine Kategorien bzw. Kategorien im Allgemeinen sind. Für den Leser erschweren sie das Browsing und auch die Findability: in welcher Kategorie könnte denn der gesuchte Inhalt stecken? Auch für den Betreiber führen sie zu immer neuem Kopfzerbrechen: in welcher Kategorie lege meinen Inhalt ab?

Welchen Nutzen haben sie also? Strukturierung könnte man sagen. Aber welchen Nutzen hat eine Strukturierung auf einer Website, deren Perzeption vor allem eine zeitliche ist? In einem Blog/in Blog-ähnlichen System sind die neusten Inhalte am interessantesten. Das man daneben auch ältere Inhalte nützlich finden kann, ist eine andere Baustelle.

Die Zugriffsauswertung auf WWWorker (und auf viele anderen Blogs bestimmt auch) belegt, das die Startseite und die Feeds am häufigsten abgerufen werden, gefolgt von CSS und Graphiken/Bildern. Danach kommen - mit deutlichem Abstand - Zugriffe auf einzelne Artikel, die von Suchergebnisseiten bzw. durch direkte Verlinkung herrühren. Die (Kategorien-) Archive findet man in der Liste der Zugriffe zumeist ganz unten.

Für den Leser ist die Information, in welcher Kategorie der Autor einen Inhalt abgelegt hat, höchstens nice too know - und für mich als Blogger eigentlich überhaupt nicht interessant, sobald ich einen Inhalt gespeichert habe. Bis dahin muss ich hier aber deutlich zuviel Gehinrschmalz investieren. Wichtig ist schließlich nur noch, das ich den Eintrag wiederfinden kann.

Dazu brauche ich Kategorien nicht, solange es nicht um mehrere hundert Inhalte mit ähnlichen Inhalten geht, die sich aber in ihrer Bedeutung essentiell unterscheiden, wie das vielleicht in einem Intranet oder einem großen Portal ist. Man denke an das Intranet eines großen Unternehmens, in dem Organigramme der Abteilungen abgelegt sind. Sucht man das Organigramm einer bestimmten Abteilung, ist es gut, wenn es unter dieser Abteilungs-Kategorie abgelegt ist. Wäre das nicht der Fall, bekäme man zig Organigramme und hätte keine Ahnung, welches davon das passende ist.

Kategorien sind auch nützlich, um Informationsflüsse zu kanalisieren, wie man das in Zeitschriften und Foren tut. In Zeitungen hingegen stellt sich ein ähnliches Kategorienproblem wie in Blogs: einerseits unterscheidet man nach Aktualität (die neusten, wichtigsten Inhalte ganz oben und vorne), andererseits nach Ressorts, die auf der Startseite jedoch nur ganz klein und nebensächlich in Erscheinung treten.

Aus diesen Überlegungen heraus habe ich die Kategorien auf dem WWWorker entmachtet. Dazu habe ich in einem ersten Schritt die Links auf die Kategorienarchive vom Index entfernt: über das Icon neben jeder Headline gelangt man weiterhin dorthin. In einem zweiten Schritt werde ich die Kategorien gänzlich entfernen.

One comment

  1. Simon Messner sagt:

    Teste doch mal Ultraseek (http://downloadcenter.verity.com/dlc/index.jsp) habe ich auch gerade gemacht - mit den Topics dort sollte sich Kategorien und Findability etwas vereinfachen lassen. Und durch die Ähnliche Dokumentensuche vielleicht auch.

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