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Twitter statt E-Mail?

Wenn E-Mail für Privatnutzer ausgedient hat, durch welches Medium wird stattdessen kommuniziert?

Unserer kleinen Umfrage zufolge scheint es Instant Messaging zu sein — das deckt sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen und gleichzeitig mit dem Fakt, dass SMS der Treiber im privaten Mobilfunk-Markt ist.

Betrachtet man Instant Messaging und seinen Urahn IRC, sieht man einen Trend wiederkommen. Nachdem man sich zunächst in Gruppen unterhielt, zog es die Benutzer in privatere Kanäle. Heute fordert man wiederrum die Möglichkeit, eine Nachricht an viele Freunde gleichzeitig zu senden. Twitter kann beides.

Kommunikation via E-Mail im Unternehmen beschränkt sich oft auf Terminplanung, Dateiaustausch und Massenmails. Sitzt man nicht gerade Kilometer weit auseinander, werden Entscheidungen in den meisten Fällen in Sitzungen und Ad-Hoc-Meetings getroffen. Alex hat bei ReadWriteWeb einen interessanten Artikel dazu geschrieben, in dem er zu dem Schluss kommt:

We’re likely to see a consumer shift from email towards more compact forms of communication, but in the enterprise the email hold is strong and unlikely to be replaced any time soon.

Dieser Einschätzung möchte ich folgen. Ob es jetzt gerade Twitter sein wird, darüber liesse sich streiten.

Die haben ihre ganz eigenen Probleme. Neben der Stabilität ihrer Plattform (zum Beispiel letzte Woche) vor allem die Frage, wie sie zu Geld kommen. Einen möglichen Weg dazu skizziert Nate Westheimer in einem Artikel beim Silicon Alley Insider. Er schlägt vor, dass man per Twitter Geld versenden könnte. PayPal hat das per E-Mail vorgemacht, und Nate argumentiert, Twitter solle dem Beispiel folgen und so einem nennenswerten Umsatz kommen.

Twitter wäre sogar in der besseren Situation als PayPal es war. Es musste zunächst die Idee, per E-Mail zu bezahlen, verkaufen und beweisen, dass diese Methode sicher, schnell und einfach funktioniert. Es musste warten, bis ausreichend Kunden dauerhaften Zugang (sprich: DSL zu Hause) zum Internet hatten und Online-Banking an sich in den Haushalten angekommen ist. Diese Pionierarbeit hat PayPal geschultert — Twitter könnte jetzt auf PayPals Schultern stehen und davon profitieren.

Dazu kommt, das Twitter wesentlich flexibler ist als PayPal. Ob per Handy, Smartphone, PC oder Internet Tablet, wo ein Online-Zugang vorhanden ist, kann man Twitter nutzen. Es ist leichtgewichtiger (siehe auch die Artikel bei RWW und SAI) und schneller als E-Mail.

Vielleicht hatte Google ja genau das vor und wird Google Checkout mit Jaiku verbinden?

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Mit Google Checkout™ können Sie schnell und problemlos in vielen Online-Shops im Internet einkaufen und alle Bestellungen und Versanddaten in einem Konto verwalten.

So wirbt Google für Google Checkout, eine Bezahlmethode für Käufe im Internet. Seit Juni 2006 bietet Google damit Händlern und Käufern die Möglichkeit, bargeldlos und ohne Übertragung von Kreditkarten- oder Kontoinformationen Waren und Dienstleistungen zu bezahlen. Das besondere an Google Checkout ist die Kopplung an Google AdWords, das Werbesystem von Google. Kommt ein Kauf in einem Online-Shop über eine AdWords-Anzeige zustande, erhält der Händler bei der Bezahlung mit Google Checkout einen Rabatt auf die Aufwandsgebühr von Google Checkout: pro AdWords-Dollar zehn Checkout-Dollar.

{tab=Jaiku}

Gegründet im Februar 2006, wurde Jaiku im Oktober 2007 von Google gekauft. Wie Twitter ist Jaiku eine Microblogging-Plattform, über die man einzelnen oder Gruppen kurze Nachrichten senden kann. Seit dem Kauf ist Jaiku für neue Mitglieder geschlossen — was Google mit dem Kauf bezweckte und welche Ziele es für Jaiku hat, ist nicht ganz klar:

Activity streams and mobile presence are important areas where we believe Google can add a lot of value for users. Jaiku’s technology and talented team are a great addition to Google’s current application and mobile teams.

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