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Twitter-Listen begraben Feedreader

Content Syndication mit RSS und Atom war und ist ein spannendes Thema. Feeds sind nicht mehr die Lösung, um auf Neues aufmerksam zu machen.

Warum Twitter eine plausible Antwort ist

Die Twitterati von heute sind die Blogger von gestern. Neue Beiträge werden auch per Twitter verteilt – klar, je weiter der Link sich verbreitet, desto größer ist die potenzielle Leserschaft. Und meine Follower haben ja bereits gezeigt, dass sie an mir und meinen Inhalten interessiert sind, und sind Follower geworden. Danke an dieser Stelle euch allen – ihr rockt!

Gemeinsam rocken – die größte Stärke sozialer Netzwerke. Hier schlägt Twitter jeden Feedreader zehn zu null. Ein Feedreader ist wie viele Einbahnstraßen, die zum selben Ort führen, während Twitter in alle Richtungen funktioniert. Ohne Kontextsprung kann man in einer Applikation veröffentlichen, lesen, reagieren, folgen (früher: abonnieren ;).

Natürlich hat Biz Stone nicht an diesen Use Case gedacht, als er Twitter erfunden hat. Aber dank unseren Nutzungsmustern … Ein schönes Beispiel für die Theorie, dass jede Applikation früher oder später anders benutzt wird als vom Entwickler gedacht.

Die Einführung von Listen wird dazu beitragen, dass immer mehr Nutzer Twitter als Feedreader-Ersatz benutzen. Das war zwar auch ohne Listen möglich, sie vereinfachen diese Nutzung aber erheblich. Vor allem bilden sie die wichtigste Funktion von Feedreadern nach, nämlich die Einteilung von Feeds in Kategorien – und Tagging, wenn man so möchte, funktioniert natürlich auch.

Einige Twitter-Clients konnten vor Twitter es mit Listen umgehen. Die Implementierung nativ im System ist allerdings wesentlich mächtiger als das künstliche Aufpfropfen in einem Client.

Meine Feeds habe ich früher mit der Eigenentwicklung eRONA gelesen. eRONA ist seit gut zwei Jahren abgeschaltet. Seit dem habe ich keinen Feedreader mehr benutzt. Die Pflege meiner Abos war mir zu aufwendig. Mit Twitter habe ich auch ohne Feedreader nichts verpast. Was will man mehr.

Vor ein paar Monaten, als ich wieder regelmäßig bloggte, kam dann schnell die Frage auf, wie ich mit Blogrolls umgehen soll. Und da dämmerte es mir: Die Following-Liste ist die neue Blogroll. Leider sind meine Versuche, aus dieser Liste eine Blogroll zu bauen, erfolglos geblieben. Schuld ist ein Defizit in allen mir bekannten Feedreadern.
Hier habe ich das genauer beschrieben.

RSS und Atom werden weiterhin benötigt, um Inhalte zu verbreiten — um auf Inhalte aufmerksam zu machen, ist Twitter das bessere Werkzeug.

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