Frauen, Männer & Software

Frauen schreiben besseren Code.

There, I said it.

Stimmt natürlich nicht. Gute Entwickler schreiben besseren Code.

Welchen Geschlechts sie sind, als was sie sich identifizieren, woran sie glauben oder woher sie kommen, spielt keine Rolle. Hier geht’s um Handwerk.

Diese Dinge spielen erst dann eine Rolle, wenn man gemeinsam an etwas arbeitet. Dann wird wichtig, wer vor wem gut dastehen will, welche Themen in der Mittagspause besprochen werden und welchen Standpunkt man dabei vertritt. Hier geht’s um Persönlichkeit.

In einem guten Team passt beides über alle im Team zusammen, handwerklichen Fähigkeit und Persönlichkeit.

Softwareentwicklung findet nicht mehr im Keller statt, sondern mitten im Unternehmen. Niemand kommt ohne Stakeholder, Projektleiter, Anforderer, Fachbereiche oder Kunden aus. Also ist Softwareentwicklung keine in sich geschlossene Tätigkeit mehr. Es gibt ein Problem außerhalb des Software-Teams, und das Team soll es lösen. Dazu sind Erkenntnisprozesse notwendig. Betrachtet man jedes Problem aus dem immer gleichen Blickwinkel, findet man vielleicht jedes Mal eine Lösung, ich wage aber zu bezweifeln, dass es gute Lösungen sein werden.

Daher lautet mein CTO-Ratschlag an den Junior #4 „Bau dein Team so divers wie möglich.“:

Ihr werdet besser je unterschiedlicher ihr seid. Gleichheit führt zu Inflexibilität.

Was in den Kollegen bei Google gefahren ist, u. a. zu behaupten, Frauen hätten eine niedriger Stress-Resistenz als Männer und wären deswegen schlechtere Softwareentwickler … Keine Ahnung. Er verhält sich jedenfalls wie ein Arschloch. Jetzt wurde er entlassen. Aber er hat doch nur seine Meinung gesagt! Stimmt, und dabei ein paar tausend Menschen beleidigt. Zonk.

Man könnte interpretieren, dass jemand nicht einfach so ein solches Memo schreibt. Dass er aufgrund dieses Themas schon einige Male diskutiert hat. Dass sein Personalverantwortlicher weiß, was für einen Menschen er da vor sich hat.

Es mag unbenommen sein, und so klingt es in Pichais Antwort-Memo ab, dass man es bei Google mit Diversität übertrieben hat und Programme zurückfahren oder umbauen muss. Sei’s drum. Das ändert nichts an der Beleidigung, an dem arschkrampigen Verhalten.

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