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Against all odds

02. Juli 2009

So oder so ähnlich könnte die Hymne der Verbände VDZ, BVDZ & Börsenverein beginnen — immerhin kämpfen sie seit gut 15 Jahren gegen stagnierende Auflagen.

auflagen-zeitungen-1975-2008

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Durch die Wiedervereinigung kamen ein paar Millionen Leser dazu, daher der starke Anstieg von 1990 auf 1995. Seitdem stagnieren die Zahlen bzw. gehen zurück. Seit 15 Jahren finden die Verlage kein Mittel dagegen.

Hatte man es bei den Öffentlich-Rechtlichen noch geschafft, die Proportionen des Onlinemarktes künstlich zurecht zu rücken, wird es bei Hubert Burdas neustem Vorstoß nicht mehr gelingen. Das Netz wird stärker sein. Und ich glaube auch nicht, dass wir, wie Axel Springer es gerne hätte, die Subvention einer in sich erstarrten Branche hinnehmen.

Man könnte sich wünschen, Springer und Companie führen eine Exit-Strategie. Gute Ideen hat die Branche nicht — weinen kann sie dafür aber prima.

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Stream your life

01. Juli 2009

Lifestreams… Zum ersten Mal habe ich den Begriff irgendwann 2004 gehört. Die Idee ist natürlich ne Ecke älter - seit wann hat Outlook das Journal? Das wiederrum geht zurück auf eine Reihe von Papern aus dem Ende der 90er des letzten Jahrtausend.

Die Idee: Ein Benutzer soll die die Möglichkeit haben, an einem Zeitstrahl entlang Dokumente zu platzieren und jederzeit den Strahl rauf oder runter zu navigieren, so dass er, im Besten Fall, genau in dem Kontext weiterarbeiten kann, wo er möchte.

Heute nennen wir das wie gesagt Lifestream — und ich kenne kein Betriebssystem, das sowas anbietet.

Statt dessen machen wir das mit FriendFeed, soup.io und anderen Diensten. Der Ablauf ist dabei immer der Gleiche. Von irgendwoher kommt ein Dokument und es wird mit Ankunfts- oder Absendedatum an den Strahl geklebt. Wer jetzt an Blogs denkt: Jap — mit einem Unterschied. Blogs waren Logbücher, in denen wir tolle Orte festgehalten haben.

Unser Leben findet an vielen Orten statt. Wir hüpfen von Insel zu Insel, hinterlassen auf jeder ein paar Spuren und springen weiter. Man könnte jetzt das was-auch-immer-zwischen-den-Inseln als Lebensfluss deklarieren, aber erstens bin ich kein Poet und zweitens geht es nicht um das was-auch-immer-uns-von-Insel-zu-Insel-bringt, sondern um die Spuren, die wir hinterlassen.

Ein Lifestream (wurde auch mal braindump genannt) enthält also nicht unbedingt die besuchten Orte, sondern was wir dort getan haben. “Ich habe ein Buch gekauft” — ob das im lokalen Buchhandel oder bei Amazon stattgefunden hat, ist zweitrangig. Ob es zweitrangig ist, welches Buch ich gekauft habe? Im Besten Fall ist das meine Entscheidung — meistens liefert mir die Insel mein Lifestream-Dokument aber so, wie sie es für richtig hält.

Und damit wäre ich beim Punkt angelangt.

FriendFeed & Co. sind nützliche Werkzeuge, die hervorragend Gedächnisarbeit übernehmen. Das Problem sind die Inseln, die weiterhin unkontrollierbar Informationen ausstrahlen wie ein 21-Zoll-Röhren-Monitor von SUN. Ohne die Inseln und ihr automatisiertes Senden (das implizit auch Speichern bedeutet) müsste ich wirklich Tagebuch führen — wo wir wieder bei den Blogs angelangt wären. (OK, der war nicht so witzig…)

Im Ernst. Zwar kontrollieren wir, was in unseren lifestreams auftaucht, aber über das Wie haben wir keine Verfügungsgewalt.

Linktipp des Tages: Sweetcron.

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MySpace fürn Desktop

30. Juni 2009

Image representing Personas as depicted in Cru...

Liegt wahrscheinlich an mir, aber bei dem Stichworten personas und customization kamen mir spontan zwei Dinge in den Sinn.

  1. Profile gibts doch schon.
  2. Moment — so richtig anpassen? Whoot!

Tja, leider sind Personas in Firefox 3.5 bloss so eine Art MySpace fürn Desktop. Schade. Aber auch cool. Nicht für mich, aber bestimmt für andere. Der IE kann sowas jedenfalls nicht. In diesem Sinne kann das doch nur ein Stunt sein, die Kids zu FF zu holen, die lange Jahre dem IE treu geblieben sind.

Jetzt haben sie endlich einen handfesten Grund, FF zu benutzen. Sauber :-)

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Warum der IE6 weg muss

30. Juni 2009

Bei einem der letzten Mittwochstammtische erzählte Jörg von einem Jungdesigner in seinem Team, der ob des Auftrags, eine Website im IE6 zu checken und etwaige Probleme zu beheben, verzweifelte. Immerhin hatte er den IE6 nicht mehr so wirklich mitbekommen — seit 2006 gibts den IE7, da war der Knabe gerade 16.

Wollen wir hoffen, das der IE6 bald von der Bildfläche verschwindet. In fünf Jahren gibt eh niemanden mehr, der für dieses wunderbare Stück Software Website bauen kann ;)

Da fällt mir, ich sollte meine monatliche Erinnerungs-E-Mail an unsere Admins einrichten…

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Twitter-Friends als OPML, Teil 2

29. Juni 2009

from_twitter_via_pipes_to_your_feedreaderMeine Idee, die Blogroll durch meine Twitter-Freunde zu ersetzen, hat einen Haken. Bislang hat kein Feedreader, trotz htmlURL im OPML, ein auto discovery gemacht. Das generierte OPML ist in dieser Form also nicht nutzbar. Sch…ade auch.

Nun, Entwickler sind ja bekanntlich faul ;) Statt selbst das auto discovery zu implementieren (was, nebenbei bemerkt, eine echte pita sein kann, trotz HTTP HEAD und regexp magic), wandte ich mich meinem Kumpel Yahoo! Pipes zu.

Mit Fetch Data, einer Loop, Feed Auto Discovery und Filter ist das Problem, aus einer per OPML (oder beliebigem XML) gelieferten URL-Liste eine Blogroll zu machen, im Nu gelöst.

Im Moment sieht der Ablauf wie folgt aus:

  1. Benutzer lässt die Applikation per OAuth auf sein Twitter-Profil. Das muss sein, weil die Liste der Freunde nur eingeloggt sichtbar ist.
  2. Die App ruft den Feed mit den letzten Status der Freunde ab (Freunde, die nie getweetet haben, fallen also hinten runter). Dieser Feed beinhaltet für jeden Freund die im Profil angegebene URL. Alternativ könnte man auch eine Liste der Twitter-IDs der Freunde abrufen und dann für jeden einzeln das Profil. Pah.
  3. Aus der Liste generiert die App OPML mit htmlURL-Angaben und speichert sie temporär auf meinem Webspace.
  4. Die Pipe wird mit der URI auf diese Datei als Parameter angeworfen. Sie gibt einen RSS-Feed zurück (Yahoo Pipes! gibt immer RSS zurück, aber auch serialisierte PHP-Arrays oder JSON).
  5. Dieser Feed wird von der App in OPML umgewandelt und das Ergebnis ausgegeben.

Problematisch dabei ist die Laufzeit von Yahoo! Pipes. Das Crunching der Liste meiner Freunde dauert um die 40 Sekunden — nicht wirklich praktikabel, wie ich finde. Für meine Zwecke reichts, aber um das ganze öffentlich anzubieten, doch etwas zu heftig. Die lange Laufzeit ist durch das auto discovery bedingt. Die Pipe fragt jede URL ab, und muss die Rückgabe parsen. Antwortet die Website langsam oder gar nicht, kanns bis zum Timeout (geschätzte 3 Sekunden) dauern, bis die Loop die nächste URL dem Feed Discovery-Modul übergibt.

Wenn die Feedreader das auto discovery selbst erledigen würden oder clever genug wären, die htmlURL im OPML mit bereits vorhandenen Feeds abzugleichen… eRONA konnte sowas ;) Der Link führt zu allen eRONA-Artikeln hier — eRONA war ein Feed Aggregator Marke itst.

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