Wie Verlage online Geld verdienen

Offensichtlich haben Verlage nur wenige Ideen, wie sie im Internet Geld verdienen. Über das Internet tun sie das ja schon lange.

Wired editor-in chief-Chris Anderson kicked off his magazine’s Disruptive By Design conference today in New York City with a speech about how the Internet makes everything free […]  He articulated something that is now increasingly becoming obvious: As products go digital, their marginal cost goes to zero.

Zero bestimmt nicht ganz ;) Jemand muss das Produkt planen, herstellen und verkaufsfertig verpacken. Das kostet Zeit und Geld. Andersons Argumentation geht in die Richtung, dass ein Produkt, sobald es digital (und fertig) vorliegt, kaum noch Kosten verursacht. Plattenplatz kostet kaum noch wirkliches Geld: 16,2 Cent pro GiBi für SAS-Platten,ein 3-TiBi-Dell-Server kosten kaum 6500 Euro (Preise ohne Märchensteuer).

Auch hier entstehen Kosten für Wartung und Betrieb. Die Möglichkeiten sind aber ungleich größer! Ein digitales Produkt kann über zig Wege vermarktet werden, es können verschiedene Versionen gebaut werden mit verschiedenen Funktionen und Inhalten. Natürlich kostet die Erstellung und Pflege Geld, und fertig ist ein digitales Produkt auch nie. Dennoch: Ein digitales Produkt bindet im Vergleich zum physischen weniger Ressourcen.

Anderson und Bradshaw haben Recht, wenn sie sagen, das Inhalte an sich, sobald sie einmal digital verbreitet wurden, ihren Wert verlieren. In der Softwareindustrie benutzt man Dongles, Serials und Lizenz-Dateien um diesem Problem Herr zu werden. Für Verlage, die Inhalte publizieren, ist das kein gangbarer Weg.

Also versucht man es mit Paid Content. Problematisch dabei ist die Tatsache, dass man jede Information irgendwo auch kostenlos bekommen kann. Vielleicht nicht so schnell, so ausführlich oder so kompetent aufbereitet, aber man bekommt sie. Paid Content funktionierte also nicht. Next stop: Werbevermarktung. Weder das Alpha noch das Omega, aus vielen Gründen, wie wir gesehen haben.

Quervermarktung ist ein Weg, den Verlage offline schon lange gehen. Werbung in Büchern für andere Bücher findet im Taschenbuch bei fast jedem Verlag statt. Und online?

Kommen wir zu Andersons vier Regeln für die Vermarktung von Inhalten:

  1. The best model is a mix of free and paid
  2. You can’t charge for an exclusive that will be repeated elsewhere,
  3. Don’t charge for the most popular content on your site,
  4. Content behind a pay wall should appeal to niches, the narrower the niche the better

Als Chefredakteur von Wired führt Anderson eine Truppe, die alle Höhen und Tiefen des Onlinegeschäfts mitgemacht hat. Daher behaupte ich, dass man sich ernsthaft mit diesen vier Regeln beschäftigen sollte. Auch Christine zu Salm plädiert in der FAZ:

[…] die Erlösquelle der Zukunft ist der Verkauf von Inhalten bestimmt nicht.

1. Die Mischung machts
Paid Content dort, wo man kaufkräftiges und -williges Klientel vorweisen oder finden kann.
Kostenlose Inhalte, die jeden interessieren und die man mit Werbung (auch Eigenwerbung!) zumindest subventinieren kann.

Learning: Nicht nur auf ein Pferd setzen.

2. “me-too”-Inhalte sind keine gute Idee
Findet ein Käufer (also ein Kunde, der gutes Geld bezahlt hat) die gleiche oder eine fast identische Information an anderer Stelle wieder, wird er sich stark überlegen, ob er weiterhin dafür bezahlen soll. Kurz: Was ich verkaufe darf niemand sonst kostenlos anbieten. Entweder muss ich grundsätzlich besser sein, oder schneller. Gleichgut oder langsamer zu sein wird nicht funktionieren.

Learning: Nur das verkaufen, was sonst keiner kann.

3. Die Lockangebite müssen kostenlos sein
Der Nutzwert dieser kostenlosen Information muss hoch genug sein, dass Kunden ihr Informationsbedürfnis befriedigen, aber gering genug, um Anreize für bezahlte Dienste zu bieten. Heutzutage nennt man das Freemium. Drogenhändler machen das seit Anbeginn der Zeit so. Bei allen rechtlichen und moralischen Vorbehalten gegen das Geschäft mit Rauschmitteln: Hin und wieder kann sollte man von den Bösen lernen.

Learning: Mit Speck fängt man Mäuse.

4. Bedien’ die Nischen!
Das kann gar nicht oft genug wiederholt werden. In der Breite ist keine Marge zu holen. Die Discounter haben es vorgemacht. Leider sind Bücher nicht wirklich lebensnotwendig, so kann es also nicht funktionieren. Dann schon eher die Spezialwarenhäuser und -versender. Übrigens auch die einzigen bei Arcandor, denen das Wasser nicht bis zum Hals steht.

Learning: Je kleiner der Markt, desto eher findet man Käufer.

Techcrunch fast Andersons Aussagen denn auch folgerichtig so zusammen:

Let the popular content be paid for by advertising, and the niche, exclusive content can be sold to fewer peopel at a higher price. Anderson […] predicts in media: “The head of the curve will be free and the tail of the curve will be paid.”

Das bedeutet nicht, dass man Inhalte verschenkt. Im Gegenteil. Wenn der Markt ein Volumen von 10 Millionen Euro hat würde das bedeuten, dass man auf 2 Millionen schwer zu machenden Umsatz verzichtet und statt dessen 8 einfache einfährt.

Was sollten Verlage also tun?

  1. Optionen anbieten,
  2. Kernkompetenz vermarkten,
  3. die (unbegründete) Angst vor “kostenlos” ablegen und sich die Macht dieses kleinen Wortes zu eigen machen,
  4. Nischen identifizieren, die nur der eigene Verlag füllen kann.

(via Leander Wattig)

Die besten Firefox-Erweiterungen für Webentwickler und Webdesigner

webworker-toolbox

Die Idee dieser Add-on-Sammlung ist, Webentwicklern und Webdesginern einen Grundstock an Add-ons für Firefox mit auf den Weg zu geben.

Basis sind die Add-ons, die ich selbst benutze. Bei den Add-ons in meinem Browser sind mir drei Punkte wichtig:

  • Stabilität und Zuverlässligkeit. Ein Add-on muss auf jeder Website funktionieren.
  • Für jede Aufgabe genau ein Werkzeug. Ein ordentlicher Kreuzschraubendreher genügt.
  • Nutzen bei der täglichen Arbeit. Add-ons, die ich mehrere Wochen nicht benutze, fliegen raus.

Gehtst Du ähnlich vor? Welches sind Deine Pflicht-Add-ons?

We kill websites

Tired of a competitor’s site? Hinder the enemy? Fed pioneers or copywriters?

Kill their sites! How? We will help you in this! Obstructions of any site, portal, shop!

Different types of attacks: Date-attack, Trash, Attack, Attack, etc. Intellectual You can work on schedule, as well as the simultaneous attack of several sites.

On average the data, ordered the site falls within 5 minutes after the start. As a demonstration of our capabilities, allows screening.

Our prices

24 hours of attack - $ 70 12 hours of the attack - $ 50 1 hour attack - $ 25

Contact via ICQ: 588 666 582

Jesses. Kam gerade als Kommentarspam rein.

Neben nervigen Smilies, Animationen und Tönen noch ein Grund, warum ICQ bittebitte das zeitliche segnen sollte:

Das Verlagsgeschäft mit Inhalten

Ja, die Preise für Informationen werden sehr viel geringer sein als in der Vergangenheit. Aber ab einem gewissen Punkt werden wir uns daran gewöhnen müssen, für hochwertige News wieder zu bezahlen. #

Wieso “wieder”?

Ich halte es da eher mit Paul Bradshaw:
[slideshare id=1553004&doc=userspaulbradshawdesktopmakingmoneyfromcontent-090609041028-phpapp01]

How to make money from content.

You can’t.

You won’t.

You never did anyway.

Zusammengefasst: Nicht die Inhalte machen (im Massenmarkt) den Umsatz, sondern das Angebot drum herum. Entscheidend aber ist die Wertigkeit für den Nutzer/Kunden/Käufer. Andreas (Autor des oben verlinkten Artikels bei netzwertig.com) hat allerdings Recht, wenn er niedrigere Preise für breit abzusetzende Produkte fordert: einmal produziert, kosten digitale Inhalte (fast) nichts mehr.

Aber eben nur fast, und hier wiederrum irrt Andreas. Wir reden vom Web, einen ständigen Erneuerungen ausesetzten Medium.

Das betrifft den Punkt, den vor allem Verlage noch nicht begriffen haben: Wir produzieren online keine Bücher. Ein Buch kann ich von vorne bis hinten durchplanen und produzieren — am Ende steht es fix und fertig im Regal.

Websites und alles was um sie herum geschieht sind aber Dauerbaustellen. Eine Website ist nie fertig, Angebote wie Gadgets und Widgets richten sich nach aktuellen Trends und Möglichkeiten. Heute das Widget für Vista, morgen muss ein Update für Windows 7 her und übermorgen brauchen wir eine Anpassung für unsere Paymentprovider.

Zugegeben, Andreas Artikel zielt vor allem auf Zeitungen und Zeitschriften ab. Aber auch Buchverlage sind in der Situation, von Print zu Online umdenken zu müssen — und neue Produkte auf den Markt zu bringen.

Dass es für größere Häuser und Gruppen ein bisschen einfacher sein könnte als für den Wald-und-Wiesen-Verlag mag stimmen. Aber welche vermarktbaren Online-Produkte kann ein großer Belletrist anbieten?

eBooks (eletronische Abfallprodukte):
Je früher ein Verlag in seinen Herstellungsprozessen eBooks berücksichtigt, desto besser. Dazu gehört neben Know-How auch eine gewisse Investition. So langsam aber sicher sollte das Thema ganz oben in den Verlagen ankommen — und dort hoffentlich die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Zusatzmaterial (vieles Abfall, manches anders, einiges neu):
Autoren-Interviews, Hintergrundgeschichten, Linklisten, Grafiken und Bilder… Und das ganze bitte in einer Form die es den Nutzern ermöglicht, es tatsächlich zu benutzen. DRM ist vielleicht ne nette Idee im Geschäftskundenumfeld, aber für Private: Nein Danke.

Dienste:
Newsletter verhalten sich zu Marken wie Scheibenwischer zu Autos: Natürlich bietet man sie an. Onlineshops! Nicht so einfach, der Buchhandel ist ein unfairer Partner. Gleiches gilt für die Grossisten. Wie lange das noch gut geht? Wie lange können es sich Verlage noch leisten, immer billiger (Arbeit & Material) zu produzieren um gleich zwei Parasiten durchzufüttern? Teurere Produkte jedenfalls sind keine Lösung, wenn man verhindern möchte, dass Bücher demnächst zu reinen Geschenkartikeln verkommen.

Marken:
In spätestens fünf Jahren werden Verlage starke Onlinemarken brauchen. Dazu gehören state-of-the-art Websites und Informationsdarbietung. Textwüste ade. Informationsdesign und -architektur im Zusammenspiel mit passender Zielgruppenansprache müssen her. Einfach gefordert, schwer umzusetzen, vor allem wenn die Verlage weiterhin auf externe Dienstleister vertrauen. Bei einer AKEP-Podiumsdiskussion auf der Buchmesse 2008 sagte ich:

Carlin hält dagegen: “Ich warne vor gefährlichem Halbwissen.” Jeder Verlag solle ausgebildete Techniker beschäftigen, um über entsprechende Kompetenzen im Haus zu verfügen. #

Damals wurde argumentiert, dass sich vor allem kleine Verlage das nicht leisten könnten. Mag sein. Aber Kernkompetenzen auszulagern ist keine gute Idee. Und damit zum letzten Punkt.

Personal:
Wertfrei formuliert war es eine Notlösung, Mathelehrer in einem Vierwochen-Kurs zu Informatiklehrern zu machen. Deswegen hilft es zwar ein bisschen, Mitarbeiter auf Web-Schulungen zu schicken. Es führt aber kein Weg daran vorbei, Experten ins Unternehmen zu holen. In welchem Verlag sitzen denn in der Herstellung per Schnellkursus umgeschulte Redakteure — oder gar umkehrt?

Verlage und Gruppen müssen Online-Kompetenz aufbauen und sie mit Entscheidungsbefugnis ausstatten. Nach außen kommunizierte Launchtermine für noch in der Entwicklung befindliche Online-Angebote? Webdesign vom Buchcoverspezialisten?

Hmm. Dieser Post ist länger geworden als geplant. Wahrscheinlich steckt er voller kleiner Fehler und Irrtümer — na klar, wohin die Reise wirklich gehen wird kann niemand wissen. Meine Sicht der Dinge habe ich dargelegt. Natürlich gibt es auch andere ;)

Danke XING

visual

Wir suchen Partner, die von XING genauso begeistert sind wie wir und die uns dabei helfen möchten, XING weiterzuentwickeln.

So stehts in der Mail, die gerade reinkam.

Bald überall: XING-Partner, die ahnungslose Passanten mit Wortgewalt an ihrer XING-Begeisterung teilhaben lassen. Danke XING.

:-)

Wer wirklich wissen will, wies geht und wie viel man verdient, muss sich wohl registrieren.

PS. Sollte einer meiner verehrten Leser sich mit mir anxingen wollen: hier gehts zu meinem XING-Profil.

Gameplay on Twitter

Spymaster, Termininator 4, @TwitBrain, @BeatMyTweet. Vier Twitter-Games, zwei unterschiedliche Ansätze.

Spymaster und Terminator 4 benutzen Twitter v. a. um neue Spieler zu generieren und sind damit aus meiner Sicht Versuche, das Produkt selbst “viral” zu vermarkten. Spymaster weniger als der T4, da es ohne Twitter gar nicht funktioniert — jedenfalls im Moment.

Bin mal gespannt, was die Bande dazu sagt. Solche Minigames sind toll und machen sicherlich dem einen oder anderen Spaß. Viel spannender finde ich die Idee von jennybee. Daraus kann man was machen…

PS. Sagt bitte jemand Shortnews, dass Tweets nichts mit illegalen Rauschmitteln zu tun haben?

Giftstoffe rund um den Wohnort

wie viele Schadstoffe stößt der Industriebetrieb in meiner Nachbarschaft aus? Wie viele Schwermetalle gelangen durch industrielle Tätigkeiten in die Gewässer? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen erhalten Sie hier im deutschen Schadstoffregister PRTR.

Müssen nicht alle Bundeswebsites barrierefrei sein?

Abgesehen davon eine gute Sache, das PRTR aka Pollutant Release and Transfer Register. Neben den Karten und Suchfunktionen gibts sogar ein Wiki (Deep Link ohne Frames), in dem die Bedienung und Meldeformalitäten für Betriebe erklärt werden. Wow. Soviel Offenheit ist man vom deutschen Staat nicht gewohnt.

Kudos an das OpenStreetMap-Projekt, dass die Karten bereitstellt.

Wenn jetzt noch die Frames verschwinden und man an eine Karte auch runterladen oder zumindest direkt verlinken könnte…

prtr-buettelborn-64572

(via Golem)

Was ein eBook tatsächlich kostet

Zumeist dreht sich die eBook-Debatte um die Wirkungen dieser Produkte auf Verlage, Autoren und Verwertungsgesellschaften. Wie es aus Kundensicht aussieht, findet als Teil dieser Diskussion nur am Rande und nur zum Thema Kopierschutz statt.

Ich drucke gerade ein eBook aus — und stelle mir die Frage, welche Vorteile ich durch das eBook gegenüber dem Kauf des gedruckten Buch, dass ich ja auch hätte haben können, habe.

Zunächst einmal die offensichtlichen: Sofortige Verfügbarkeit, Copy&Paste, Weblinks, kein Stellplatz notwendig u. damit leichter zu archivieren, kann verliehen werden ohne die Angst, es nicht wieder zu bekommen.

Durch den Ausdruck jedoch verliere ich alle drei Vorteile, abgesehen von den Kosten, die durch den Druck und die Archivierung entstehen.

Das eBook im konkreten Fall hat 328 Seiten. Das sind 164 DIN A4-Blätter. Ausgedruckt wird auf einem der besseren Büroetagen-Farblaserdrucker, zu einem Kostenpunkt von 13,85 Eurocent pro Seite* zzgl. 0,0468 Eurocent pro Blatt*. Der Ausdruck des eBooks kostet mich also — vereinfacht, da ohne Stromkosten, Wartung des Drucker etc., 53,10 Euro.

Das eBook selbst kostet beim Verlag 19,99 Euro. Das gedruckte Buch kann ich für um die 30 Euro z. B. bei Amazon oder beim Verlag kaufen. Der Verlag bietet außerdem ein Bundle, bestehend aus gedrucktem und eletronischem Buch für 32,20 Euro an.

Ist die sofortige Verfügbarkeit 20,90 Euro wert?

Im boersenblatt diskutieren Verleger und Autoren über die Preisgestaltung von eBooks und fordern einen Preis von nicht weniger als 85 % des Hardcoverpreises. Verständlich finde ich das Argument, eBooks nicht zu verschenken, um eReader in den Markt zu drücken.

Stellt sich die Frage, ob 15% des Ladenpreises für ein Hardcover den Druck-, Lager- und Logistikkosten entsprechen. Ich würde vermuten (kanns aber nicht belegen), dass diese Kosten höher sind. Immerhin sollten diese, eindeutig an das gedruckte Buch gebundenen Kosten, nicht im eBook-Preis enthalten sein. Und damit dürfte ein eBook, meine ich, nicht mehr als 50 % des Hardcoverpreises kosten.

Abgesehen davon werde ich mir in Zukunft sehr gut überlegen, und kann das auch nur empfehlen, einen Preisvergleich zu machen und Bundle-Angebote wie das o. g. zu nutzen. Der Ausdruck eines eBooks rechnet sich jedenfalls nicht.

*) Druckkosten und Papierpreise stammen aus Tests in der c’t und sind gemittelt. YMMV.